nicht fuehlen koennen

nicht fühlen können

 

was passiert, wenn man dissoziiert?
was hat das für folgen?
beschäftigt doch mal genauer mit dem Phänomen Dissoziation.
was genau ist das eigentlich? was passiert, wenn man dissoziiert?
Opferschutz ist Therapie für die Täter.
denn das haben alle Täter gemeinsam: sie fühlen den schmerz nicht, den sie den opfern zufügen. Dissoziieren ihn. wenn sie aber dazu gebracht werden, den schmerz zu fühlen, werden die meisten von ihnen das auch nicht mehr tun.
klar, es gibt immer einige, die spaß am Sadismus haben. aber auch die werden per Kastration nicht daran gehindert. der beste beweis dafür ist sie die A-Mutter.
Alle Männer zusammen waren nicht halb so schlimm wie sie allein...
Die Todesstrafe ist keine Strafe.
Denn nach dem Tod hat der Verurteilte ja keine strafe mehr.
Todesstrafe ist nichts weiter als legitimierte vergeltung. "Auge um Auge".
Gewalt gebiert Gewalt.
Immer wieder.
ohne ende.
auch staatlich sanktionierte Gewalt.
Sexualisierte Gewalt ist niemals eine sexuelle Straftat.  
Es geht immer um die Gewalt, nie um den Sex.
Es geht immer darum, den anderen physisch und/oder psychisch zu demütigen,
klein zu machen,
zu vernichten.
Im Übrigen kann man sexualisierte Gewalt auch ohne Penis ausüben.
Dafür gibt es genug weibliche beispiele.
und noch was:
wir haben schon als kleines Kind gelernt, wie man sexualisierte Gewalt anwenden soll und muss.
Und wir sind erst mit 47 Jahren da raus gekommen
-
was haben wir da in der Zwischenzeit gemacht?
Ja wir sind auch Opfer.
gerade deshalb dürfen wir nicht anfangen, wie die Täter zu handeln. sonst machen wir uns mit ihnen gemein.
Wir glauben aber vor allem, dass viel mehr für die Prophylaxe getan werden müsste: schon Jungen und Mädchen im Kindergarten sollten lernen, dass nur sie allein das Recht haben, über ihren Körper zu bestimmen. Auch Aufklärungsarbeit an Schulen wäre wichtig
Damit die Kinder-Opfer wissen, dass es nicht normal ist, was sie erleben müssen.
wir glauben dass nichts diese Menschen "bessern" kann, egal was man mit ihnen macht.
auch wir waren Täter.  
viele Jahre lang.
wir fühlten nicht, was wir den opfern antaten
-
denn fühlen konnten wir schon lange nicht mehr.
zuerst waren wir selbst Kind.  
und nur Opfer.
dann wurden wir systematisch zum Täter gemacht.  
-
waren selbst 13 Jahre alt und wussten nicht mal, was da überhaupt passierte.
die Geburt unseres ersten Kindes...
dann glaubten wir es zu schafften irgendwann, ein Kind vor dem Tod zu retten:
unseren Sohn.
aber damit war er nicht gerettet.  
denn vor dem, was im parallelen leben passierte, konnten wir ihn nicht retten.
wir konnten ja nicht mal uns selbst retten.
wir konnten ihn nicht nur nicht schützen,
wir waren selbst auch beteiligt.  
eben deshalb sagen wir doch so klar:
 
was man nicht fühlen kann, kann man anderen antun.
wir waren damals überhaupt nicht in der Lage, irgendwie mitzufühlen.
leid anderer zu empfinden.
wir konnten ja nicht mal unser eigenes leid empfinden,
wenn wir misshandelt und/oder vergewaltigt wurden!
wie sollten wir da das leid unseres Kindes spüren?
eben genau das ist doch das fürchterliche:
Gewalt wirkt desensibilisierend, so dass es einem mit der zeit immer weniger ausmacht,
immer mehr Gewalt auszuüben. und so, wie wir hier sind, müssen wir uns heute
jeden tag damit auseinander setzen, dass wir unser Kind nicht beschützen konnten.
nicht nur nicht beschützen konnten,
sondern ihn sogar den Tätern aktiv ausgeliefert haben,
 
wenn wir gerade deshalb nicht lernen würden, genauer hin zu sehen. dahinter zu blicken,
hinter die Auge-um-Auge Mentalität,
die nur Rache ist,
mit Gerechtigkeit aber nichts zu tun hat:
denn Gerechtigkeit kann es für uns nicht geben.
 
 
so aber hatten wir die Chance,
sie zumindest für uns zu beenden:
wenn wir uns damit auseinander setzen.
uns mit unserer schuld befassen.
sie annehmen und gleichzeitig akzeptieren, dass wir jeden tag ein stück Veränderung erleben.
ist das nicht viel mehr, als jemals irgendeine Todesstrafe könnte? 
aber wir wissen, wie kurz der weg vom Opfer zum Täter manchmal ist.
und wir wissen auch,
dass man ihn auch wieder zurück gehen kann.
wir tun es nämlich.
jeden tag einen schritt weiter.
es ist nicht der weg zum täter zurück ,
den wir gehen ,
sondern der weg zu uns,
zu unserem eigentlichen selbst .
denn sich selbst mit seiner eigenen schuld auseinander zu setzen ist wesentlich schwerer,
als andere für deren schuld zu steinigen.
es ist trotzdem einfacher Wut zu empfinden,
als den schmerz zuzulassen!!
den das heißt dass man beides tun muss:
die Wut empfinden und den schmerz zulassen.
denn beides ist da,
beides ist gerechtfertigt und beides muss da sein dürfen
wenn man Opfer von Verbrechern ist, muss beides Raum haben.
Schmerz und Wut. denn beides ist hilfreich und bringt weiter.  
Aber Rache ausüben.
Nein, dafür sind wir uns zu schade!!!