Klinikberichte

Klinikberichte

 

In einer Klinik (1996) im Münsterland, auf der Geschlossenen war es so das die Raucher nach dem Frühstück, nach dem Mittagessen, ab und zu auch mal am Nachmittag und nach dem Abendessen eine Zigarette auf den Balkon in Begleitung einer Schwester rauchen durften. Ansonsten waren die Zigaretten insbesondere die Feuerzeuge unter Verschluss. Und doch haben es immer wieder welche geschafft den Druck mit Zigaretten ab zu bauen. Der lange Flur war rechts und links Spiegelverglast und der Fußboden mit so leichten Wellen und reflektierenden Stein ausgestattet. Wer es als Patient schaffte diesen Weg ohne anfassen hinter sich zu bringen konnte davon ausgehen das es in kürze entlassen wird. Dort hatten wir auch Beschäftigungstherapie und da es einigen von uns spaß machte haben wir dort sehr viel und vor allem sehr schnell gebastelt. Wie die Schwestern dahinter kamen schlugen sie uns ernsthaft vor doch die ganze Weihnachtdeko für ihr Haus zu basteln.
Eine Ärztin wollte uns unbedingt auf Video aufnehmen. Es hat nicht geklappt der Ton sowie der Film waren unscharf.
 
In Berlin im Urban Krankenhaus (1998) werden wir eingewiesen. Dem Stadionsarzt erzählen wir von uns und unsere neuen Situation. „Hören sie auf zu spielen! Packen sie ihr Koffer und gehen sie wieder zu ihren Kindern zurück!“ war seine Empfehlung an uns. Das das Gesagte uns völlig runter zieht, das es denen die sowieso schon fast am eingehen sind hart trifft brauch wohl nicht unbedingt erzählt werden. Bei der nächsten Einweisung wurden wir ans Bett gebunden und wir lagen vier Tage und Nächte in unseren Anziehsachen. Es kommt keiner von den Schwestern um uns in irgendeiner Form zu unterstützen. Wie wir wieder so klar und sortiert sind wollen wir so schnell wie möglich entlassen werden und durch unser Jahrelanges funktionieren  erreichen wir es auch. Unsere Therapeutin (1) muss uns einige Zeit später dann doch nochmals dahin bringen. Doch in Begleitung von ihr werden wir Menschlich behandelt. Es wird gefragt ob wir ein Nachthemd; Seife und Zahnbürste haben möchten. Ob ein Einzelzimmer besser für uns ist. All das was bei dem Aufenthalt kurz zuvor nie gefragt wurde. Wir haben aber trotzdem klar dass wir dort nicht mehr hin wollen.
 
Beim der nächsten Krise versucht unsere Therapeutin (1) uns in eine andere Psychiatrie unter zu bringen. Sie versucht der aufnehmende Ärztin zu erklären was MPS ist. Diese hörte geduldig zu und meinte dann zu Therapeutin (1) „Am besten sie kommen jetzt einmal mit“ Uns wurde schnell klar das die Therapeutin sich um Kopf und Kragen redete und wir haben dann eingegriffen und sind dann mit ihr und einer anderen Begleitung aus dieser Klink raus. Der Aufforderung der Ärztin ihr mal so eben zu erzählen was mit uns los ist sind wir nicht nachgekommen. Therapeutin fuhr dann quer durch die Stadt in eine andere Klinik die dann die Aufnahme verweigerte wegen nicht zuständigen Bezirks.
Die dritte Klinik bestand auf eine eingehende Erstuntersuchung wo Therapeutin nur meinte: wenn sie es jetzt tun müssen dann haben sie eventuell ein Problem, nicht mehr ich. Wir wurden dann auf den Flur in ein Notbett abgestellt und konnten dann für drei Tage bleiben. Diese Klinik haben wir dann in der folgenden Zeit öfter als Schutzraum in Anspruch genommen.
Jemand von uns hat Druck abgebaut. Der Pfleger sieht es und lässt eine Ärztin kommen. Sie verbindet den Arm und sagt dann noch:“damit werden sie aber einige Wochen zu tun haben. Am Nachmittag kommt der Stationsarzt zu uns ins Zimmer:“ wenn sie sich umbringen wollen dann müssen sie auf die Geschlossene.“ „Sie haben doch Medizien studiert?“, fragt Malina ihn und sagt nach seiner Bejahung;“ Dann müssten sie wissen das sich durch Arm verbrennen nicht umgebracht werden kann!“ „Na dann zeigen sie mal.“ Jemand wickelt den Verband ab. Der Arzt schau. Der Pfleger staunt. Es ist nichts zu sehen. „Na dann war es doch wohl nicht so schlimm.“ Später dann geht die die den Druck abgebaut hat hin und bittet beim Pfleger um einen Verband da ihr die verbrannte Stelle weh tut. „Wie, haben sie schon wieder sich verbrannt?“ fragt er erstaunt. „Nein das ist doch noch von heute Morgen“. Sie bekommt ihren Verband. 
Die Sektenleuten üben immer stärker Druck auf uns aus. Deswegen hat die Therapeutin veranlasst das wir für eine kurze Zeit auf die Geschlossene kommen. Dort wurde ganz klar abgesprochen: kein Telefongespräch zu uns, keinen Besuch außer Therapeutin. Zwei Tage später wurden wir von der Krankenschwester ans Telefon gerufen! Es waren die Sektenleute!!! Und am Anderen Tag kamen zwei von denen in unser Zimmer um uns zu besuchen, mit Blumen. Wie diese unsere Therapeutin sahen gingen sie an ein anderes Bett, dann mit der Bemerkung: sie ist wohl doch nicht hier, raus.  
Dieses Zimmer war übrigens ein 12 Bettzimmer und es war im Jahr 1998!!!
 
Bei der erneuten Suche nach einer geeigneten Unterbringung in einer Klinik lernten wir das Waldkrankenhaus (1999)kennen. Genau beschrieben, nicht kennen. Wir wurden dort aufgenommen bekamen unser Zimmer und das war es. In den zwei Wochen die wir da waren wurden wir komplett vergessen. Es wurde uns nicht gesagt wann und wo es was zu essen gab, das erfuhren wir wie Claudia uns besucht und wir viel zu spät von dem Ausflug mit ihr zurück kam. „Wir haben ihr Abendbrot aufgehoben sie können sich ja an den Tisch auf den Flur, wie immer hinsetzen.“ Zu Claudia gewand sagte der Pfleger: unser Essraum wird gerade renoviert da müssen die Patienten auf den Flur essen.
Kein Wort über das zu spät kommen.
Ein einziges mal wurden wir von der Ergotherapeutin abgeholt. In dem Arbeitsraum fragte sie uns dann was wir denn gerne basteln möchten. „Ach wir schnitzen ganz gerne“, unsere Antwort. „Ja das ist eine sehr schöne Arbeit aber na ja vielleicht fällt ihnen ja was anderes ein.“ „Stricken tun wir auch gern.“ „Stricken ist sehr beruhigend aber vielleicht zu gefährlich! Wie wäre es denn mit Seidenmalerei?“ „Na ja, wenn das Tuch nicht zu groß denn sonst ist es ja bestimmt zu gefährlich!“ antwortete da Malina von uns. „Ach es ja ein kleines Tuch können wir ja noch machen. Kostet aber fünf Mark an Material. Und die Arbeitsstunde ist jetzt so wie so vorbei:“ Mensch muss diese Ergotherapeutin froh gewesen sein uns wieder los zu werden. Das war übrigens das einigste mal das wir zu irgendetwas gerufen oder geholt wurden. Bei dem Abschlussgespräch wo die Therapeutin (1) mit dabei war wurde eine erneute Aufnahme abgelehnt da wir zu arbeitsintensiv  sind.
 
Dann lernten wir die Fachklinik Lübben (1999) kennen. Das Voraufnahmegespräch mit Dr. Rippel so wie mit unserer Therapeutin (1) und Claudia und unserer Einzelfallhelferin ist sehr toll verlaufen. Die Zimmer und überhaupt das ganze Klinikum sind sehr schön. Wir sollten dann in der Zeit wenn unsere Thera sowie unsere Einzelfallhelferin in Urlaub sind dort hin. In den fünf Wochen hatten wir leider das Pech das die Ergotherapeutin in Urlaub war. Die Musiktherapeutin war krank. Die für uns zuständige Ärztin im Mutterschaftsurlaub war. Viel also auch weg. Einmal schaffte es eine Schwester uns zum Bewegungsbad zu begleiten. Einmal wurde eine Bootsfahrt mit uns und andern von der Station gemacht. Schwester Viola machte wann immer sie Dienst hatte für Streifenverrutscht Kakao. Ansonsten saßen wir fasst ausschließlich in unserem Zimmer. Streifenverrutscht hatte aber viel zu sehen da noch viel gebaut wurde und viele große Lastautos sowie Kräne dort zu bestaunen gab. Doch dadurch gab es öfter Probleme mit dem Essen denn er kannte den Essengong nicht und wir bekamen den Gongschlag nicht mit. Mussten somit öfter eine „sonder Einladung“ bekommen. Dr. Rimpel bekamen wir in der Zeit nicht einmal zu sehen. Bei einem erneuten Aufnahmegespräch ging es darum wann wir wieder kommen dürfen. An diesem Gespräch nahmen teil: Dr. Rimpel, die Stadionsärztin so wie die Stadionsschwester unsere Thera und unsere Einzelfallhelferin und wir. Die Stadionsschwester hatte ganz klare Vorstellungen wann wir wieder kommen können: nicht in den Ferien, nicht über die Feiertage, nicht wenn der Krankenstand bei ihnen so hoch sei, nur wenn eine Krise vier bis sechs Wochen vorher angesagt wird, nur wenn keine andere Multi auf der Stadion ist und wenn sie sich von der Vorherigen erholt haben.
Falls wir was vergessen haben sollten dann bitte ich es uns nach zu sehen.
Dr. Rimpel sagte zu alle dem: ja ich muss natürlich auf mein Personal achten.
Unsere Einzelfallhelferin nahm ihren Rucksack hoch suchte ihren Tabak, während unser Therapeutin noch zu verhandeln versuchte, stand auf und sagte: das Gespräch sei wohl damit beendet. Alle standen erleichtert auf. Wir !!!???
 
Wir hatten dann aber doch noch mal die Möglichkeit für drei vorher abgesprochene Tage dort hin zu dürfen. Zwei Tage vor dem Termin wurden wir von den Sektenleuten Entführt, dann nach Stunden wieder freigelassen. Wir waren schwer verletzt. Unsere Thera am Telefon, sowie auch unserer Einzelfallhelferin sagten es in der Klink Lübben beim der Aufnahme mit der Bitte doch uns länger dort bleiben zu können, das wurde mit den Worten: gerade bei Multis ist es sehr wichtig sich an absprachen zu halten! Abgelehnt!!! Auch der entlassende Arzt den Jutta nochmals darauf ansprach und ihm erklärte das die Entführung real stattgefunden hat, ließ sich da drauf nicht ein. Wir wurden nach drei Tagen entlassen. Das war für uns der letzte Aufenthalt in dieser Fachklinik Lübben. Wie es uns etwas besser ging haben wir einen zwei Seiten langen Brief an Dr. Rimpel geschrieben. Wir haben nie von ihm eine Antwort erhalten. Von anderen Multis wissen wir das da noch mehr im argen liegt.
Für Alle Multis die dort gut untergekommen sind und sich dort gut aufgehoben fühlen                                                            unseren Glückwunsch.
 
In der Klink Schwedenstein  (2000) hatten wir ein Anfragegespräch die Ärztin fragte uns unter anderem: hat schon mal jemand Angst vor ihnen haben müssen? „Nein“ „A ja“ „Na ja ob es das wirklich gibt Multipel“. Malina sagte ihr dann „früher hatten Mensch fest geglaubt das die Erde eine Scheibe ist und was ist sie?“ Darauf konnte sie nicht antworten. Wir sind dann so verblieben das sie uns in einigen Tagen anruft und uns bescheid gibt. Sie selbst wäre ja schon bereit aber das muss erst geklärt werden. Wir bekamen von ihr eine Absage und sie musste ihre Neugierde wohl noch etwas behalten. Inzwischen steht aber die Klinik in Fachbücher als Fachklink für Multis. Erfahrungsberichte haben wir darüber nicht.
Und die Ärztin die das Aufnahmegespräch damals mit uns führte leitet jetzt die Klinik in Dresden…und die Berichte die wir aus der Klinik gelesen haben zeigt für uns das es für uns keine Klinik sein wird in dem wir gehen könnten.
 
Nun kommt der (2004) für uns vorerst letzte Teil Klinkberichte: da wir von einer Multi erfuhren das sie in der Klinik in Nauen sehr gut aufgehoben sind, insbesondere von den Schwestern, der Ergo- sowie der Musik- und Bewegungs- Therapeutinnen all die Unterstützung bekommen. Und die Antwort auf die Frage: warum so viel getan wird war: dafür sind wir doch da. Überlegten wir uns noch einmal auf eine Klinik ein zu lassen, zumal das Jahr davor sehr anstrengen und die Traumarbeit doch sehr kräftezehrend war. Unsere Therapeutin (3) rief in unserem Auftrag an und das Gespräch war schon etwas sonder bar. Gut sie vereinbarten aber in drei Wochen nochmals ein Telefongespräch zu führen. In der Zwischen Zeit hatten wir einen Brief geschrieben in dem wir erklärten das das telefonieren für uns noch immer schwierig sei. Unsere Therapeutin kam auch bei diesem zweiten Telefonat nicht weiter mit ihm und fragte dann ob es möglich sei das wir denn vorbei kommen könnten.
„Ja darauf könnte er sich einlassen“.
„Gut sagen sie mir dann doch bitte wann sie erreich bar sind“.
„Nein das sage ich ihnen nicht!“
„Wie bitte“
„Sie soll aber nicht nach 16h kommen da bin ich schon aus dem Haus“.
Wir sind dann an einem Dienstag hingefahren, mit unserer Einzelfallhelferin. Auf seiner Station war er nicht wurde aber angerufen von einer Schwester.
Er stellte sich vor Dr. Rittwege.
Wir stellte uns vor und unsere Einzelfallhelferin „Dann kommen sie mal mit.“ 
mh und wir standen auf.  
„Nein sie bleiben hier“, bestimmt Dr. Rittweg und zeigte dabei auf mh.
„Das geht nicht wir brauchen mh dabei.“
„Dann sind sie hier fehl am Platz.“
mh erklärte ihm das wir schon das Gespräch führen würden sie lediglich uns unterstützt wenn wir nicht weiter kommen.
„Nein“
mh stand jetzt dicht vor ihm und fragte: „Bitte erklären sie mir dann was sie an meine Anwesenheit stört.“
„Nein! Entweder führe ich das Gespräch alleine mit ihr oder es findet keines statt.“
„Es geht hier um Frau.“
„Ja“  
„Ja genau und deswegen werde ich bei dem Gespräch auch dabei sein. Es geht nur um Frau und um nichts anderes.“
„Nein“, war wieder die Antwort von Dr. Rittwege.
„Das habe ich ja noch nirgendwo erlebt.“
„Dann lernen sie es jetzt kennen!“ war seine Antwort.
mh drehte sich etwas zur Seite und gab mit den Worten:
"das Gespräch ist damit beendet, Herrn Dr. Rittwege", den Weg frei.
Er ging.
Und wir !!!???
mh schrieb einige Tage später dem Leiter der Psychiatrie einen langen Brief in dem sie ihm  die Begegnung mit Dr. Rittwege beschrieb. Dr. Schütze ließ schnell zu rück schreiben und bahrt uns trotz alledem nochmals einen Versuch zu starten denn er wüsste sehr wohl um den Wert seine Klink. Dieses Gespräch mit ihm und uns und mh war sehr gut und wir merkten dass es Erfahrung in Umgang mit Multis hat. Wir wurden sogar gefragt ob wir ein Spielzimmer brauchen und ob wir ein Einzelzimmer brauchen. „Wir brauchen eigentlich kein Einzelzimmer aber wir wissen nicht wie es für die Mit-bewohnerin ist da wir doch auch nachts sehr unruhig sind.“ „Gut sie hören innerhalb von zwei Wochen etwas von meiner Sekretärin und dann können sie kommen.“
Von seiner Sekretärin oder ihm haben wir bis heute nichts gehört.
Dafür bekamen wir nach eineinhalb Wochen einen Anruf von Frau Dr. Müller: " Ich wollte ihnen nur sagen das wir sie nicht vergessen haben. Wir haben gerade so viel mit unserem Fest an Vorbereitungen zu tun.“
„Ja das macht nicht, das können wir verstehen.“
„Ich rufe sie am Freitag dieser Woche oder spätestens am Dienstag wieder an. Mit ihnen kann man ja doch telefonieren.“  
Wir haben danach gleich mh angerufen und danach schon mal unsere Taschen gepackt.
Am Freitagmorgen klingelt das Telefon und Frau Dr. Müller ist wieder dran. „Also ich muss ihnen vorerst einmal absagen. Sie können sich ja nochmals so in vier bis sechs Wochen bei mir melden. Wir sind gerade voll. Wir müssen immer erst unseren Einzugsbereich abdecken und erst dann wenn was frei ist können wir auch außerhalb unsers Einzugsgebiet aufnehmen.“
„Ä!?? Wir brauchen aber jetzt dringen Unterstützung wir warten ja schon seit Mitte Januar und jetzt ist ende März!“
„Wenn es für sie dringend ist dann müssen sie in ihrer Bezirksklinik gehen.“
„Aber genau das geht doch nicht“
„Na dann melden sie sich doch noch mal in vier sechs Wochen wieder vielleicht ist dann was frei.“
Und damit war das Gespräch beendet. mh kam so schnell wie es ging zu uns. Für uns ist klar geworden:
 
WENN ES EBEN MÖGLICH IST MEIDEN WIR JEDE KLINIK!!!